Was treibt einen Mann dazu Fahrlehrer zu werden? – Autor: Bernd Tunsmann

Dies ist eine Frage, die ich mir häufiger stelle. Ein Fahrlehrer hat vom Normalen abweichende Bedürfnisse – Freizeit braucht er nicht. Er möchte mit Menschen arbeiten, ihnen Dinge beibringen, die er selbst als junger Bursche wohlmöglich nicht konnte. Vielleicht hat das ja was Kompensatorisches. Idealerweise ist er minimal neben der Spur. Meine Frau aus erster Ehe bestätigt mir diese Eigenheit nicht nur, sie bezeichnet mich darüber hinaus als vollkommen verrückt. Die aktuelle äußert sich zu diesem Thema nicht, wofür ich ihr dankbar bin.

Nur zu gerne unterstellt man uns Fahrlehrern ja eine ausgeprägte Libido. Wie letztens, als mir ein Tankwart folgenden Satz um die Ohren drosch: „So einen Job will ich haben! Den ganzen Tag spazieren fahren und eine geile Blondine auf dem Fahrersitz“ – Bei solchen Gelegenheiten fressen sich Mordgedanken in meinen Verstand.

Dabei hat der Mann sogar das Problem erkannt! – Der Fahrersitz! Eine Schülerin kann noch so gut aussehen, sie sitzt hinter dem Lenkrad! Ich guck der gewiss nicht auf die Beine, während sie gerade auf ein parkendes Auto zusteuert! Oder auf den Busen. Aber auf die Füße schau ich ihr. Vor allem auf den linken, der Kupplung wegen.

Apropos Körperschau: Fragt mich doch letztens eine üppig gebaute Prüfungskandidatin vorher, ob es sinnvoll sei, in der Prüfung die Bluse ein wenig aufzuknöpfen. „Wenn du gerne rückwärts fährst?“, war meine Antwort darauf. Allerdings haben auch Prüfer andere Dinge im Sinn.

Natürlich gibt es Kollegen, die auf der Pirsch sind. Ich kannte einen Jungfahrlehrer, der dauernd das Wort Schatzimausi in den Mund nahm. Schatzimausi zeigte sich gegen Ende der Ausbildung schwanger. Folge: Der befruchtende Fahrlehrer verlor Schein und Job. Mehr passierte ihm leider nicht.

Es gibt übrigens nur wenige Fahrlehrerinnen. Dieser Job scheint noch weitgehend eine Männerdomaine zu sei. Woran liegt das? – Mag sein, weil Frau nachdenkt. „Wird meine Beziehung halten, sobald ich Fahrlehrerin werde?“ – Nein, wird sie nicht. Möchte sie Nachwuchs? – Gute Frage, vor allem ohne Mann. Und sofern es doch klappt, wer passt abends auf das Kind auf? Fahrlehrer arbeiten, wenn andere Feierabend haben!

Ich kenne eine Fahrlehrerin. Die ist zwar klug, aber komplett gaskrank und nur deshalb in diesem Job gelandet, weil Audi sie nicht als Testfahrerin wollte. Aber ihre Schüler können anständig und vor allem zügig fahren! Und Nachwuchs möchte sie keinen. Doch Sie sollten sie mal über ihre Arbeitszeiten fluchen hören!

Weshalb bin ich nun Fahrlehrer geworden? Weil ich das Lebendige, den abwechslungsreichen Umgang mit Menschen brauche wie die Luft zum Atmen. Jeder, der aus anderem Grund diesen Job wählt, ist eine arme Sau!

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Dieses Blog hat einen Mitbewohner: Bernd Tunsmann, Fahrlehrer. Er lebt in einer fiktiven Kleinstadt am linken Niederrhein und führt eine imaginäre Fahrschule unter gleichem Namen. In unregelmäßigen Abständen wird er Artikel über seine Tätigkeit in der Kolumne „Fahrschule Tunsmann“ schreiben.

Bernd Tunsmann vernachlässigt seine Familie. Violetta, seine vierzehnjährige Tochter nennt ihn deswegen bisweilen „Onkel Tunsmann“. Magdalene, seine Gattin, arbeitet halbtags bei der Stadt, einen Job, den sie um nichts in der Welt für eine schlecht bezahlte Stelle als Fahrschulsekretärin aufgeben würde.

Daher gibt es eine zweite Frau in Bernds Leben: Angela eine fünzigjährige, für ihr Alter recht attraktive Dame, die ihm unter die Arme greift, wo sie nur kann. Sie leitet das Büro und ehrlich gesagt, eigentlich die komplette Fahrschule. Sie ist das Herz des Betriebs, umsorgt die Kunden, beschwichtigt Fahrlehrer und Schüler, wenn es mal nicht so läuft, wie es soll. Auch passt sie auf, dass ihr Boss es mit der Arbeit nicht übertreibt. Denn er ist ein Workaholic.

Ach noch etwas: Falls Sie geschliffene, politisch korrekte Texte bevorzugen, frei von Rassismus, Vorurteilen und sonstigen menschlichen Fehlverhalten, dann lesen Sie bitte nicht weiter. Bernd Tunsmann ist ein Fahrlehrer!

Wichtige Hinweise:

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und definitiv nicht gewollt. Die Artikel zum Thema Fahrschule sind ebenso wie die Figur „Bernd Tunsmann“ fiktiver Natur.

Die Geschichten, die Sie in diesem Blog finden, sind Anekdoten und nicht in einem zeitlichen Rahmen zu sehen. Ob daraus ein Roman wird, ist derzeit offen. Vor allem aber sind diese kleinen Artikel nicht repräsentativ für den Beruf des Fahrlehrers, weder die Handlung noch die Ansichten der beschreibenden Person. Bernd Tunsmann soll nur unterhalten.

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Sie können nicht zeichnen? Gut, dann sind wir schon zu zweit. Ich kann es nämlich auch nicht. Ehrlich, ich bin ein Stümper!

In Teil 1 habe ich Ihnen erklärt, welches Werkzeug Sie zum Zeichnen brauchen, doch in diesem Teil komme ich nun zum wesentlichen Punkt des Zeichnenkönnens: das Hinschauen. Was ich nämlich beherrsche, ist genau das. Und einen Stift halten kann ich. Mehr braucht es nicht. Natürlich glauben Sie mir das jetzt auch nicht.

Ein Beispiel, eines der schlechtesten Bilder, die ich je gezeichnet habe:

Es ist technisch perfekt, ich habe bei diesem Bild jeden Millimeter des Originals vermessen und die Maße aufs Papier übertragen. Das Ergebnis sehen Sie. Schön, aber leblos. Einfach Scheiße.

Anders folgendes Bild:

Anne, so heißt die Dame auf den vorangegangenen zwei Bildern, möchte, dass ich diese Skizze vernichte, weil sie darauf so finster dreinschaut. Erstmal weiß Anne anscheinend nicht, dass sie das oft tut, obwohl sie ein lebensfroher Mensch ist, und zweitens lebt das zweite Bild, im Gegensatz zum ersten.

Als ich das Original dieses Bildes (das echte Bild, da draußen in der Realität) vor Augen hatte, habe ich hingeschaut, das Leben in der Szene erkannt und den Auslöser der Kamera gedrückt. Später, beim Zeichnen, war mir der Perfektionismus furzegal. Ich brachte sie so aufs Papier, wie ich sie sah.

Und was ist die Quintessenz? Vergessen Sie den Perfektionismus, werfen Sie das Lineal weg, am besten den Radiergummi auch, und lernen sie hinzusehen! Und vielleicht auch zu fotografieren. Denn dort gilt dasselbe.

Ein einfaches Beispiel:

Dies könnte Ihre Hand sein, die sie in maximal fünf Minuten gezeichnet haben (Ist sie aber nicht, es ist meine). Machen Sie sich keine Gedanken, wie Sie den Bleistift halten müssen, der findet seinen Weg ganz alleine. Sie müssen nur bewusst schauen! Um das zu üben, benötigen Sie übrigens im Grunde nicht mal einen Stift.

Wie gesagt, die Kunst des Hinsehens gilt auch fürs Fotografieren. Der beste Fotoapparat nützt nichts nichts, wenn Sie blind fürs Motiv sind.

Die Leute geben Unmengen von Geld aus für Stifte, Radiergummis und noch mehr Stifte, kaufen sich Episkope (zum Pfuschen) und brauchen das Zeug dann doch nie. Und wo wir gerade dabei sind, werfen Sie die Bücher übers Fotografieren und Zeichnen weg. Zum Fotografieren reicht es, wenn Sie die Grundbegriffe und die Bedienung des Apparats beherrschen. Beim Zeichnen genügt die Erkenntnis, dass man mit einem Bleistift außer Linien auch Flächen produzieren kann. Alles andere ist Schauen.

Ich höre gerade Ihr Protestgeschrei. Seien Sie einfach mal ehrlich zu sich selbst. Ich habe Recht. Lernen Sie gucken!

Zum Abschluss noch ein Tipp: Vermeiden Sie es anfangs, Menschen aus Ihrem Umkreis zu zeichnen (Ich meine vor allem vom Foto). Gerade hier kommt es tatsächlich auf jeden Millimeter an, die kleinste Abweichung vom Original haut voll durch. Oder kaufen Sie sich doch ein Episkop zum Pfuschen. Oder einen Beamer.

Ich gestehe übrigens, dass ich beim Zeichnen des ersten Bildes nur deswegen ein Lineal zum Messen genutzt habe, weil ich mir eben dieses Problems bewusst war. Geholfen hat es trotzdem nicht.

Zum Schluss dieses Artikels noch ein Hinweis. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass ich Ihnen hier eigentlich nichts beibringen will. Jedenfalls nicht im Sinne eines Lehrbuchs. Stattdessen möchte ich Sie nur ein wenig verunsichern. Lernen müssen Sie selbst.

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Kennen Sie Sfumato? Nein?

Dann will ich Sie klug machen. Sfumato ist eine Erfindung Leonardo da Vincis. Im Großen und Ganzen ist es eine Maltechnik, bei der viele dünne Farbschichten übereinander gelegt werden, mit dem Ziel, weiche Übergänge zu schaffen. Die geheimnisvolle Aura der Mona Lisa (und auch des Drumherums) dürfte zum guten Teil daraus resultieren. Der Begriff Sfumato kommt aus dem Italienischen und steht für „verraucht“ oder „in Rauch verwandeln“.

Fotografisch lässt sich das leicht realisieren, indem Sie zum Beispiel die Nebelmaschine anwerfen, einen Scheinwerfer hineinstrahlen lassen und das Motiv davor aufstellen. Googlen Sie einfach mal Sfumato mit der Bildersuche.

Aber genug der Doziererei! Lieber erkläre ich Ihnen nun, wie man das aufs Zeichnen überträgt. Der Trick ist, dass man Geduld hat. Und aufhört, dabei in Strichen und Linien zu denken. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich missbrauche diese Technik, um weiche Übergänge zu schaffen. Ziel ist bei mir nicht das Verrauchte, sondern das Zeichnen ohne Linien.

Schauen Sie sich das nächste Bild an, eine werdende Kohlezeichnung:

 

Sie können gut erkennen, dass ich mit Schattierungen anfange. Hierzu benutze ich übrigens gerne einen ungereinigten Estompe, der noch voller Kohle oder Grafit ist (Siehe auch: „Was Sie zum Zeichen brauchen – Teil 1“).

Natürlich habe ich vorgezeichnet, mit einem hauchzart aufgetragenen Bleistift in H. Ein bisschen habe ich auch schon mit Kohle in der Zeichnung herumgeschmiert.

Nächstes Bild:

Noch mehr Schatten, aber auch schon Details. Letzteres aber nur zum Ausprobieren wie es wirkt. Oft genug werden sie hinterher beim Auftragen von noch mehr Schatten, sprich Kohle, wieder vernichtet.

Wenn alle Schichten drauf sind, folgen die letzten Details. Für kräftige Akzente nutze ich übrigens gerne Schwarzkreide anstatt Kohle (Merkt keiner!). Das Thema „Akzente setzen“ werde ich in einem eigenen Artikel aufgreifen.

Und jetzt noch eine Bitte: Fragen Sie mich bitte nie nach Schritt-für-Schritt-Anleitungen!

Auch wenn dieser Artikel hier etwas danach aussehen mag, mir geht es nicht darum, eine Anleitung zu geben.  Ziel war und ist es lediglich, Sfumato in Grafit oder Kohle zu zeigen. Ehrlich, ich bringe in meinem Berufsleben als Fahrlehrer den Schülern außer dem Fahren noch das Gucken bei, damit sie auch in unbekanntem Gelände zurechtfinden und selbst dort Prüfungen bestehen. Auswendiglernen mag ich nicht. Und das halte ich beim Zeichnen ebenso.

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Diese Frage ist schnell beantwortet: Einen Bleistift und ein Blatt Papier. Punkt. Und ich meine auch genau einen Stift, mehr nicht! Und ein Radiergummi brauchen Sie im Grunde auch nicht. Aber meinetwegen. Und wenn sie Verwischungseffekte erzeugen wollen, dann zusätzlich noch Papierwischer.

Wenn Sie mögen, können Sie sich natürlich gerne eine Sammlung von Bleistiften in den verschiedensten Härtegraden zulegen. Ich besitze auch etliche Stifte, und einige habe ich sogar selbst gekauft. Ich weiß nur nicht wozu. Sie liegen rum und vergammeln.

Natürlich glauben Sie mir nicht. Darum schauen Sie sich bitte nun das folgende Bild an:

Diese Bild habe ich mit einem einzigen Bleistift gezeichnet und zwar einem Werbestift aus einer Arztpraxis. Ein simpler Stenostift, sonst nichts. Die Verwischungen habe ich mit bloßem Zeigefinger erschmiert.

Hier der Stift, mit dem ich das Bild gezeichnet habe:

Auf Dauer musste ich allerdings einsehen, dass es unklug ist, mit den Fingern zu wischen, wegen des Fetts. Daher nutze ich heute nun Papierwischer, auf die ich unten näher eingehe.

Und gut, ich gebe zu, tatsächlich benutze ich auch normale Bleistifte der Härtegrade H, HB und 2B. Doch die Ergebnisse unterscheiden sich in nichts von einer Zeichnung mit einem Stenostift.

Bei sehr filigranen Zeichnungen kann es jedoch tatsächlich nötig sein, technisch aufzurüsten. Siehe folgende Zeichnung:

In dieser Zeichnung habe ich mit fein angespitztem 0,35er Fallminenstift und einer Lupe filigrane Details in die Zeichnung eingearbeitet, wie zum Beispiel die Holzmaserungen. Dies wäre mit anderen Stiften nicht gelungen! Das Original der Zeichnung hat die Größe DIN A2 und ich habe ein komplettes Jahr dafür gebraucht. Eine Pest im Arsch, sage ich Ihnen!

Nun zu den Papierwischern (Estompe). Es gibt gute und schlechte. Die schlechten sind im Kern sehr hart und zerstören mit der Spitze das Papier. Die guten bestehen aus weicherem Papier und ermöglichen ein gleichmäßiges Verwischen des Grafits.

Versuchen Sie bitte nicht, einen Estompe anzuspitzen, sondern kaufen Sie sich einfaches Schmirgelpapier mittlerer Körnung im Baumarkt. Darauf reiben Sie die verdreckten Papierwischer mit drehenden Bewegungen und fertig.

Was man mit einem Estompe alles anfangen kann, lesen Sie im Artikel „Sfumato in Grafit und Kohle“.

Und worauf es beim Zeichnen wirklich ankommt, erfahren Sie in Teil 2 dieses Artikels.

 

 

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Was ist Ihrer Meinung nach eine Zeichnung und worin unterscheidet sie sich von einem Gemälde? – Na kommen Sie, seien Sie nicht schüchtern!

Ehrlich? Eine Zeichnung macht man mit Stiften und für ein Gemälde braucht man Pinsel?

Das kann ich so nicht stehen lassen! Schauen Sie sich folgende Zeichnung an:

Vielleicht habe ich es ja mit einem Pinsel und Grafit erstellt. Dann ist es keine Zeichnung. Habe ich aber nicht. Und trotzdem ist es ein Gemälde.

Charakteristisch für ein Gemälde ist die Tatsache, dass es aus der Fläche entsteht, während eine Zeichnung aus Linien aufgebaut ist. Sehen Sie sich die Zeichnung noch einmal an. Finden Sie eine einzige Linie darin? – (Außer dem angedeuteten Basketball.) Nein?

Gut, dann sind wir uns einig, es ist ein Gemälde. Basta.

Aber das Leben ist nicht einfach und die Kunst schon gar nicht. Wie seht es denn mit den Bildern von Van Gogh aus? Bestehen die nicht meist aus unzähligen farbigen Strichen? Oder Seurat mit seinen vielen Punkten? – Nebenbei, der Mann muss eine irrsinnige Geduld besessen haben.

Vielleicht war mein Basta ja doch ein wenig voreilig. Schreiben Sie mir doch einfach als Kommentar, wann für Sie eine Zeichnung eine Zeichnung ist, und wann ein Gemälde ein Gemälde. Aber kommen Sie mir bitte nicht mit Pinseln und Stiften!

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Jetzt mal im Ernst: Glauben Sie wirklich, das kann Ihnen irgendeiner erklären? Ich meine so, dass Sie dann hinterher auch wissen und verstehen, was Kunst  so im Großen und Ganzen ist?

Trotzdem kann ich es gerne aus meiner subjektiven Sicht heraus versuchen.Ich definiere einfach mal: Kunst ist eine Verabredung von Menschen, bestimmte Werke dem Zeitgeist entsprechend zu verstehen, zu interpretieren und zu akzeptieren.(Sie müssen mir das natürlich nicht glauben.)

Kann das Foto einer Bank wie unten also Kunst sein? – Wenn jemand es so definiert, dann ja.

Nebenbei, seit Marcel Duchamp geht das sowieso. Denn spätestens, wenn Sie die Bank mit allem Drum und Dran mitnehmen, den Schnee dabei irgendwie konservieren, haben Sie ein “Objet trouvé” oder ein sogenanntes Ready-made. Oder eine Strafanzeige wegen Diebstahl. Alles eine Frage der Definition.

Kann denn das Foto einer Parkbank auch ein Kunstwerk sein? – Ja sicher doch! Spätestens dann, wenn Sie ganz viele Parkbänke fotografieren und die Fotos vielleicht sogar erfolgreich veröffentlichen, produzieren Sie Kunstwerke. Man nennt das eine Serie oder besser “Serielle Kunst”, ein Begriff, der seinen Ursprung in der Serie “Les Meules” von Claude Monet hat. Alternativ kann es Ihnen natürlich passieren, dass Sie sich eine Einweisung einfangen. Kunst ist eine Gratwanderung.

Wie sieht es denn mit dem Foto der Windkraftwerke aus? Ist das Kunst? Kann sein. Oder auch nicht. Siehe meine Definition. Und denken Sie doch mal an Gerhardt Richter. Da gab es doch was …

Aber ob eine fotografische Metapher eines bekannten Gemäldes an sich ein Kunstwerk sein kann, bezweifele ich dann doch.

Zum Schluss eines noch: Kennen Sie das Märchen “Des Kaisers neue Kleider” von Hans Christian Andersen? Manchmal trifft dieses Märchen auf Kunst zu. Auch in dieser Hinsicht ist Kunst eine Gratwanderung.

Vor einiger Zeit habe ich mich entschlossen, meine alte Website zu splitten. Eine Seite sollte mein knapp gehaltenes Portfolio werden (www.uwepost.com), die andere (diese hier) mir Raum geben, über die Kunst, das Zeichnen und das Schreiben zu bloggen.

Über meinen Beruf als Fahrlehrer schreibe ich hier auch (bald). Allerdings werde ich dabei einen fiktiven Kollegen vorschieben: Bernd Tunsmann, selbstständiger Fahrlehrer einer klitzekleinen Fahrschule in einer fast genauso kleinen Stadt am linken Niederrhein.

Ich muss mich übrigens entschuldigen, weil ich mich noch nicht richtig vorgestellt habe: Ich bin 51Jahre alt (Tendenz steigend), von Beruf Fahrlehrer und verbringe meine Freizeit mit Zeichnen und Schreiben, neuerdings auch mit Acrylmalerei. Und wenn mich der Eifer packt, gestalte ich meine Internetseiten neu.

Sie werden auf diesen Seiten Tipps zum Zeichnen finden, später vielleicht auch zum Schreiben. Einen kompletten Zeichen- oder Schreibkurs werden Sie hier allerdings vergebens suchen. Ich finde, es gibt schon genug Bücher darüber.

Nebenbei gesagt, neige ich dazu, meine Meinung recht offen zu äußern, jedenfalls sofern es angebracht ist. Beim Lesen meines Artikels “Was ist Kunst?” zum Beispiel werden Sie feststellen, dass ich ein gestörtes Verhältnis zur Kunst habe: Ich nehme sie nicht so ernst, wie sie es vielleicht verdient.

Viel Spaß beim Lesen!

Uwe Theodor Post